Bewerbungstipps aus Arbeitgebersicht
Der Arbeitgeber ist jene Person, die die entsprechende Arbeitsleistung des Arbeitnehmers aufgrund eines gültigen und beiderseits unterschriebenen Arbeitsvertrages fordern kann. Demnach ist der Arbeitgeber derjenige, der das mit dem Arbeitnehmer vereinbarte Arbeitsentgelt schuldet. In diesem Zuge ist natürlich weiters zu klären, wer ein Arbeitgeber sein kann.
Ein Arbeitgeber kann sein …
- … eine natürliche Person, z.B. eine Privatperson, Einzelhandelskaufmann
- … eine juristische Person des privaten Rechts, z.B. eine Aktiengesellschaft (AG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), rechtsfähige Vereine
- … eine juristische Person des öffentlichen Rechts, z.B. der Bund, das Land, die Gemeinde oder eine Religionsgemeinschaft
- … ein nicht rechtsfähiger Personenverband, d.h. ein nicht rechtsfähiger Verein oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
- … eine Personenhandelsgesellschaft, d.h. eine Öffentliche Handelsgesellschaft (OHG) oder eine Kommanditgesellschaft (KG).
Je nachdem, wer nun der Arbeitgeber eines Arbeitsnehmers genau ist, kann dieser an den Arbeitnehmer gewisse Anforderungen stellen. Tatsache ist, dass heutzutage der einfache positive Abschluss einer Schule, eines Berufes oder eines Studiums nicht mehr ausreicht, um sofort den für sich selbst individuell passenden Job zu finden. Doch was sind die Anforderungen seitens des Arbeitgebers, die immer wichtiger werden – ja, die sogar fast schon Voraussetzung sind, um überhaupt ein Arbeitsverhältnis antreten zu können? Wir helfen Ihnen auf die Sprünge!
1) Berufliche Erfahrungen und Qualifikationen
Es gestaltet sich immer wichtiger, bereits mehrjährige Berufserfahrung vorweisen zu können. Für viele Firmen ist es die unabdingbare Voraussetzung, in der betreffenden Branche, Qualifikationen vorweisen zu können. Ein direkter Praxisbezug spielt dabei eine ausschlaggebende Rolle. Kann man in der Branche, in welcher ein Unternehmen tätig ist, keine explizite Erfahrung vorweisen, so wird es denkbar schwierig, bei dem jeweiligen Unternehmen einen Job zu ergattern. Beispiel: Möchte man sich in einem Hotel bewerben, so ist es erforderlich, mit u.a. Benimmregeln, Barausstattung, Hotel-Gepflogenheiten, etc. vertraut zu sein. Im Rahmen handwerklicher Berufe wäre es beispielsweise erforderlich anzugeben, in welchen unterschiedlichen Werkstatteinrichtungen und Handwerksfirmen Sie bereits erfolgreich tätig waren.
2) Fremdsprachenkenntnisse
Englisch als lebende Fremdsprache ist in 90% aller am Markt operierenden Unternehmen schlichtweg Voraussetzung. Vielmehr legen expandierende und intensiven Export betreibende Firmen großen Wert darauf, weitere Fremdsprachen vorweisen zu können – und zwar in Wort und Schrift. Die Globalisierung zwingt Unternehmen dazu, auch in anderen Ländern tätig zu sein und in diesen infolgedessen Tochterfirmen aufzubauen, da dies finanziell günstiger erscheint. Produktionsverfahren werden demnach outgesourct, wodurch eine intensive Kommunikation mit dem Ausland entsteht. Für die Abwicklung dieser Geschäfte werden Mitarbeiter mit hervorragenden Fremdsprachenkenntnissen gesucht. Dazu zählen vordergründig jedoch nicht mehr Italienisch, Französisch und Spanisch, sondern vielmehr Russisch, Tschechisch, Chinesisch, Slowakisch und Ungarisch. Anmerkung: Fremdsprachenkenntnisse erweisen sich vor allem in Hotels als besonders essentiell. Möchten Sie sich beispielsweise in einem Hotel Hinterglemm bewerben, so wäre es wichtig, dass Sie die Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch sowie eine Ostblocksprache perfekt beherrschen.
3) Auslandserfahrung
Der Aspekt, bereits Erfahrung im Ausland gesammelt zu haben, gestaltet sich immer wichtiger. Dies beweist Unternehmen, dass der jeweilige Stellenbewerber flexibel und vielseitig einsetzbar ist, da er keine Scheu hat, etwas völlig anders und neues kennenzulernen.
4) Kurze Studiendauer
Es wird vielfach geredet, dass ein schnell absolviertes Studium nicht wichtig sei, um später einen passenden Job zu finden – Hauptsache man schließt das Studium überhaupt ab! Das ist völliger Nonsens. Eine kurze Studiendauer beweist einem Unternehmen, dass man Sachen richtig anpackt, einem Ziel entgegensteuert, welches man so schnell wie möglich erreichen möchte. Demnach ist es wichtig, sein Studium so schnell wie möglich durchzuziehen – das zeigt von Elan, Schnelligkeit und Leistungsbereitschaft, nämlich Aspekte, die auch im späteren Berufsleben mehr als gefragt sind.
5) Gute Noten
Ebenso gute Noten gestalten sich als immer wichtiger werdender Bereich im Rahmen der Jobsuche und –Findung. Wer glaubt, seine Lehre oder sein Studium nur mit „Genügend“ und „Befriedigend“ durchziehen zu müssen, der ist falscher Meinung. Immer mehr Unternehmen legen großen Wert auf gute Noten, denn dies zeigt von hoher Lernbereitschaft und intellektueller Kompetenz. Außerdem ist es essentiell, sich von anderen Stellenbewerbern abzuheben – gerade aufgrund der Tatsache, dass Absolventen zu genüge vorhanden sind. Ist man schlichtweg ein mittelmäßiger Mitläufer, so sticht man aus der großen Masse nicht heraus, wodurch den begehrten Job womöglich ein Bewerber mit Noten wie „Gut“ und „Befriedigend“ erhält.
6) Persönliche Fähigkeiten
Unter die sogenannten persönlichen Fähigkeiten fallen Flexibilität, Belastbarkeit, Motivation, Leistungsbereitschaft und weitere soziale Kompetenzen. Diese verhaltensorientieren und kommunikativen Faktoren lassen sich natürlich viel schlechter belegen und vorweisen als Daten wie Ausbildung, Noten, Praktika und Berufserfahrung. Es ist wichtig, seine eigenen persönlichen Fähigkeiten in den Lebenslauf sowie in das individuelle Bewerbungsschreiben an das jeweilige Unternehmen einzubinden. Spätestens beim Bewerbungsgespräch wird die Frage darauf gerichtet sein, welche persönlichen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen man vorweisen kann. Hierbei gilt es natürlich wirklich richtig zu antworten, da man seine Fähigkeit häufig mit einem Beispiel belegen muss. Somit kann leicht die folgende Frage aufkommen, „In welcher Situation ihrer bisherigen Berufserfahrung mussten Sie die von Ihnen soeben genannte Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit zeigen?“ Doch warum wird diese Frage gestellt? – Schlichtweg aus dem einfachen Grund, dass damit auf essentielle persönliche Eigenschaften, die im jeweiligen Berufsumfeld und Tätigungsbereich gefragt sind, geschlossen werden kann.